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Aufklärungspflichten bei Mastektomie

Zum Umfang der Aufklärungspflichten bei "Mammareduktionsplastiken"

I. Zu den Indikationen:

 Im Allgemeinen kommen drei Schnittführungen zur Anwendung: T-, L-, I-Schnitt. Der T-Schnitt bringt meist eine gute Form, allerdings auch die meisten Narben und ist heutzutage nur noch bei sehr großen Busen indiziert. Der I-Schnitt ist heutzutage die bevorzugte Schnittführung, da sie die wenigsten Narben mit sich bringt. Lediglich bei sehr großen Busen kommt diese Schnittführung nicht in Betracht. Bei jeder Schnittführung entsteht eine Narbe um den Warzenhof sowie eine senkrechte Narbe zwischen dem Unterrand der Brustwarze und der Brustfalte. Bei T- und L-Schnitten entstehen zusätzliche Narben parallel zur Brustfalte.

 Wird Drüsen- und Fettgewebe entfernt und übersteigt das Gewicht des entnommenen Gewebes 400 g, spricht man von einer Brustverkleinerung, ansonsten von einer Bruststraffung. Die Bruststraffung beseitigt in erster Linie den Hautüberschuss, hebt dadurch die Brust insgesamt und auch die Brustwarzen an (kommt in Betracht bei extremer Ptosis - herabhängende Brust).

 Ziel der verkleinernden Operation ist eine Brustform, die in ihrem Ausmaß den Körperproportionen entsprechen muss. Es ist deshalb gut, wenn der Operateur mehrere Verfahren beherrscht und sie je nach Alter und Hautbeschaffenheit sowie anatomischen Gegebenheiten einsetzen kann.

 II. Zum Aufklärungsumfang:

    Die Patientinnen sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein leichtes postoperatives Hängen der Brüste zu erwarten ist, was in der Natur des Gewebes liegt. Außerdem sollten sie darüber belehrt werden, dass die verkleinerte Brust anfangs an der unteren Seite flach ausfallen kann. In der Folgezeit wird sie jedoch "nachsacken" und nach ca. 12 Monaten eine optimalere Form annehmen.

  • Häufige Probleme bei der Brustverkleinerung ergeben sich durch hypertrophe Narben (2 % der Patientinnen), Die Ausdehnung der Narben ist beträchtlich und die Patientin muss bereit sein, Narben in Kauf zu nehmen. Die Inzisionen laufen rund um den Warzenvorhof, dann abwärts zu der Inframammarfalte und ( beim L-Schnitt ) lateral in diese Falte sowie beim möglichst zu vermeidenden T-Schnitt auch medial in diese Falte. Über diesen Verlauf der Narben ist daher aufzuklären. Es soll auch daran erinnert werden, dass Körpernarben immer breiter sind als Narben im Gesicht, da sie einer erhöhten Hautspannung ausgesetzt sind und die Haut relativ dick ist.
  • Insbesondere sind sämtliche in Betracht kommende Schnittführungen und ihre Auswirkungen auf die Faltenbildungen zu besprechen.

  • Gefühlsstörungen im Warzenbereich (70 %). Sensibilitätsstörungen im Brustwarzenbereich sind um so stärker je weiter die Brustwarze verschoben werden musste. Ein taubes Gefühl kann eintreten und die Stillfunktion kann gestört und aufgehoben werden.
     
  • Ernste Probleme können auch Hämatome (5 %) bedeuten,
     
  • ebenso Infektionen infolge der eventuell erforderlichen Fremdblutverwendung
    ( HIV, Hep. B/C ) und
     
  • Fettgewebsnekrosen.
     
  • Ein Verlust der Brustwarzen tritt nur bei weniger als 1 % der Patientinnen auf.
     
  • Zur Aufklärung gehört auch der Hinweis auf eine mögliche postoperative Asymmetrie der Brüste, dazu diese nie - auch nicht im prä-operativen Stadium - symmetrisch sind.
     
  • Schließlich ist über das Thromboserisiko aufzuklären.