Rechtsanwältin Dr. Ruth-Schultze-Zeu (Berlin) www.ratgeber-arzthaftung.de
(10) Nachfragen bei Angehörigen und Betreuer, ob es vor und nach der
Aufnahme zu Stürzen des Bewohners gekommen ist.
(11) Prüfung der personellen Ausstattung sowie der fachlichen Qualifikation
des Personals (Stichwort: Übernahmeverschulden). Vor allem Kontrolle der
Qualifikation des Pflegepersonals, das im Zeitpunkt des Sturzes für die Pflege
eingesetzt worden ist. Den Einsatzplan des fraglichen Tages gesondert anfor-
dern.
(12) Prüfung der Belegstärke der Einrichtung im Zeitpunkt des Sturzes.
(13) Prüfung der sachlichen Ausstattung der Einrichtung(Rollstühle, Roll-
stuhl-Gurte, Bettgurte, sonstige Fixiermittel usw.) im Zeitpunkt des Sturzes.
(14) Prüfung, was konkret unternommen worden ist, um durch Anschaffung
besonderer Schutzeinrichtungen, das Verletzungsrisiko bei Stürzen zu ver-
mindern.
(15) In welcher Form wird die medizinische Behandlungspflege geregelt
und gesichert?
(16) Wird die medizinische Behandlungspflege von qualifizierten Pflege-
fachkräften ausgeführt?
(17) Welche fachlichen Qualifikationen „geeigneter Kräfte“ liegen vor?
(18) Über welche Arbeitshilfen verfügt die Pflegeeinrichtung?
(19) Liegen Dienst – und Einsatzpläne vor?
(20) In welcher Form wird die Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft des
Pflegedienstes rund-um-die-Uhr und an Sonn- und Feiertagen sichergestellt?
(21) Liegt eine standardisierte Pflegedokumentation vor?
(22) Umfaßt das angewandte Pflegedokumentationssystem einen Erhe-
bungsbogen zum Erstbesuch? Einen Planungsteil? Einen Verordnungsbogen
zur medizinischen Behandlungspflege? Einen Berichtsteil? Wird nach Pflege-
standards gearbeitet?
(23) Entsprechen die geplanten und durchgeführten Maßnahmen im Zu-
sammenhang mit der Mobilität im Ergebnis nach § 75 Abs. 2 SGB XI dem In-
halt der Pflegeleistungen Abschnitt I, § 1?
(24) Entsprechen die geplanten und durchgeführten Maßnahmen im Zu-
sammenhang mit Aufwendungen der medizinischen Behandlungspflege im
Ergebnis nach § 75 Abs. 2 SGB XI dem Inhalt der Pflegeleistungen Abschnitt
I, § 1?
(25) Ist ein Pflegebericht (Verlaufskontrolle und Beurteilung der gegebenen
Pflege) erstellt?
(26) Haben die Ergebnisse des Pflegeberichtes zur Aktualisierung der Pfle-
geplanung geführt?
(27) Liegt ein Pflegedokumentationssystem vor und umfaßt dieses die
Grundlagen des Pflegeprozesses (Stammblatt, Anamnesebogen, Pflegepla-
nung mit Zielen und Maßnahmen, Zielkontrolle, Maßnahmenanpassung, Pfle-
gebericht)?
(28) Sind ärztliche Verordnungen aus der Dokumentation ersichtlich?
(29) Enthält die Dokumentation Angaben zur ärztlichen Versor-
gung/sonstigen therapeutischen Versorgung?
(30) Liegt eine Pflegeanamnese vor? Umfasst die Pflegeanamnese neben
den Problemen/Defiziten auch die Ressourcen/Fähigkeiten der/des Versicher-
ten?
(31) Sind Pflegediagnosen in der Pflegedokumentation ausgewiesen bzw.
formuliert und stimmen diese überein mit den Angaben in der Pflegeanamne-
se?
(32) Sind die angewandten Standards individuell auf die spezifische Versi-
chertensituation abgestimmt?
(33) Sind die durchgeführten Pflegemaßnahmen dokumentiert, gegenge-
zeichnet und nachvollziehbar?
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